Fabrik

Ein Haus für alle – Wiederherstellung des Spinnerei-Gebäudes

In dem um 1860 errichteten dreigeschossigen Backsteingebäude befand sich früher eine mit Wasserkraft betriebene Spinnerei für Holzwollseile. Das Gebäude ist nach Jahrzehnten des Leerstandes, trotz guter Bausubstanz, in einem sanierungsbedürftigem Zustand, der eine Nutzung aktuell ausschließt.

Mit der Instandsetzung des Fabrikgebäudes soll die Arbeit des Vereins „Eine Spinnerei“ eine räumliche Plattform bekommen. Der Verein möchte einen identitätsstiftenden Kulturort des nachhaltigen Handelns entwickeln, der auf die Region ausstrahlt. Dieser Ort soll darüber hinaus allen regionalen Akteuren für ihre Arbeit in den Bereichen Strukturwandel, Demokratie, Umweltschutz und nachhaltiges Leben zur Verfügung stehen.

Die aktuellen Planungen sehen wie folgt aus: Mit ungefähr 170qm bietet der größte und wichtigste Raum in der ersten Etage des öffentlichen Gebäudes Platz für Veranstaltungen, Seminare, Workshops, Ausstellungen, Vorführungen und vieles mehr. Im Erdgeschoss befindliche Werkstätten ermöglichen praktisches Arbeiten im handwerklichen und künstlerischen Bereich. Alte Handwerkstechniken für das Herstellen, Reparieren und Erhalten von Gebrauchsgegenständen, aber auch das Up- und Recycling von Ressourcen sollen erlernt und praktiziert werden. Das Gebäude ist umgeben von Veranstaltungsflächen, die bereits jetzt schon für die Bildungs- und Kulturarbeit genutzt werden.

Eine Versorgung mit erneuerbaren Energien soll auf dem Dach des Gebäudes in Form von Solarthermie und Photovoltaik erfolgen.

Als Modellprojekt für konsequent nachhaltiges Bauen legt der Verein bei den Instandsetzungsmaßnahmen großes Augenmerk auf Nachhaltigkeit (d.h. Nutzung regionaler und natürlicher Ressourcen), die Energiebilanz sowie die ethische und ökologische Vertretbarkeit der Baustoffe. Dieses Credo des Bauens ist für die Akteure der Spinnerei kein Neuland mehr. Bereits vorherige Projekte auf dem Gelände sorgten aufgrund ihres innovativen Charakters für öffentliche Aufmerksamkeit. Vor allem die unkonventionelle Verwendung von Baustoffen durch Umnutzung oder Upcycling in Kombination mit handwerklichem Mehraufwand durch Verzicht auf Großtechnik erfuhr viel Anerkennung.

Die Spinnerei braucht Unterstützung

Innerhalb der nächsten Jahre soll die erste Etage der Fabrik für die Nutzung zur Verfügung stehen. Als erster wichtiger Schritt bei der Wiederherstellung des Gebäudes steht die Instandsetzung des Daches im Mittelpunkt.

Um den Um- und Ausbau jedoch realisieren zu können, benötigt der Verein finanzielle Unterstützung. Konsequenterweise lautet auch hier der Grundsatz: Die Spinnerei möchte finanzielle Unterstützung von Personen und Institutionen annehmen, denen ebenfalls umweltbewusstes und sozial verantwortungsvolles Handeln ein ernstes Anliegen ist. Der Verein bemüht sich derzeit um entsprechende Fördermittel, ist jedoch parallel auch auf Spenden angewiesen.